Warum tue ich mir das an?
Seit fast genau 16 Jahren bin ich selbständig als Yogalehrerin und arbeite teilweise bis spät in die Nacht – Stunden geben? Nein, Stunden aufbereiten, Videos schneiden, Social Media Texte schreiben, Businesskonzepte kreieren. Es fühlt sich oft sehr wie ein Balanceakt an.
Dabei kommt immer wieder mal von Anderen die Frage auf „Wann gehst du wieder zurück in deinen Job?“ Wie steht es um deine Altersvorsorge? Lohnt sich das denn? Für wen machst du das?
Und genau dieses Thema greift Celine Tüyeni, Mentorin für unaufgeregte Sichtbarkeit, in ihrer heurigen Blogparade auf https://www.textemitziel.com/einladung-zur-blogparade-aug26/ auf.
Ganz ehrlich? Manchmal frage ich mich das selbst. Letztes Jahr war ich an einem Punkt, wo ich viele Marketing Aktivitäten gestoppt habe und mich nur um meine Familie und unser Haus und unseren Garten gekümmert habe, in Vorbereitung auf ein grandioses Sommerfest – weil, so waren meine Gedanken, „es eh keinen Unterschied macht“.
Ich wäre nicht die Person, die ich heute bin
Machte es aber anscheinend doch :), sonst hätte ich vor einem Jahr nicht weitergemacht. In einem Angestelltenjob würde ich vielleicht vom Fleck weg mehr verdienen als gerade in der Selbständigkeit. Aber wäre ich damals 2010 in meinem vorigen Job als SAP Betreuerin bei einem bekannten Großkonzern geblieben, ich wäre nicht die Person, die ich heute bin – und das wäre sehr schade … .
Und dabei wollte ich ursprünglich gar nie Selbständig werden.
Noch nicht mal Yoga unterrichten stand auf dem Plan. Ich habe Yoga selbst praktiziert, ja, aber auch erst spät angefangen, mit 30, als eine Freundin es mir für meine Migräneattacken empfohlen hatte (erfolgreich übrigens).
„Du bist doch nicht der Typ Yogalehrerin“
Das waren die Worte, die ich hörte, als ich aus einem Werbeflyer vorlas, dass man bei uns im Ort eine Yogalehrer-Ausbildung machen könnte, und dann darüber fantasierte, dass das ja schon irgendwie cool wäre. Ich habe das nicht weiterverfolgt. Ich hatte ja einen Job!
Dann kam aus dem Nichts eine betriebsbedingte Kündigung – nach 12 Jahren. Die Entscheidung „Soll ich meinen Job aufgeben und mich selbständig machen“ stellte sich mir also so gar nicht. Aber ganz ehrlich: Ich hätte sie wahrscheinlich nie getroffen!!!
Die Selbständigkeit war auch erst mal kein Thema, aber das Arbeitsamt hatte keine gute Nachrichten für mich mit meiner Qualifikation und einem Teilzeitjob. Ich hatte zwei kleine Kinder und auf einmal war sie wieder da, die Yogalehrer-Idee. Und sie wuchs, denn auf einmal hörte und las ich überall von Yoga. Egal ob ich das Radio einschaltete, beim Zahnarzt die Zeitschrift aufschlug oder mich mit Leuten unterhielt. Yoga war überall und ich hatte kapiert.
Das war der erste Grund, warum ich mir das „angetan“ habe: Um flexibel arbeiten zu können und für meine Kinder, damals 3 und 5, da zu sein.
Ich hatte meinen roten Faden gefunden
In meinem bisherigen IT Job hatte sich „zufällig“ meine Arbeit so entwickelt, dass ich Leuten helfen durfte, wenn sie Probleme mit der Software (SAP) hatten, und ich auch Trainings abhalten durfte.
Das hatte mir am besten gefallen an meinem vorigen Job. Als Yogalehrerin machte ich dann nur noch das: unterrichten und helfen – wie schön! Ich hatte meinen roten Faden gefunden.
Während des Studiums schon, als ich als Bedienung arbeitete, fand die Chefin heraus, dass ich mich mit Computern gut auskannte, und zog mich manchmal für Computer Nachhilfe ab und zahlte mir wesentlich mehr als wie als Kellnerin! Das Unterrichten und Helfen war mein roter Faden!
Das möchte ich auf gar keinen Fall mehr aufgeben!
Mein Yogastil hat sich allerdings grundlegend geändert, seit ich vor vielen Jahren mit klassischem Hatha Yoga begonnen habe. Aber nicht nur, weil ich mich yogatechnisch fortgebildet habe, sondern weil ich mich verändert habe!
Der Sprung ins Online Yoga
Als mit der Pandemie 2020 gefühlt alles zusammengebrochen war und ich zum ersten Mal dran denken hätte können, aufzugeben, war ich mit eine der ersten, die sofort ins Online Yoga eingestiegen sind. Das eröffnete ganz neue Perspektiven für meine Arbeit.
Ich habe mich online intensiv mit persönlicher Entwicklung beschäftigt. Mit Energien, mit Nervensystem und Emotionen.
Diese Möglichkeit zur tiefen Beschäftigung mit mir selbst hätte ich in meinem Angestelltenjob nie gehabt. Ich wäre auch gar nicht auf die Idee dazu gekommen.
Meine eigene Entwicklung von der BWLerin zur Yogalehrerin und inzwischen zur Mentorin für mehr Körper- und Selbstbewusstsein hilft mir heute dabei, Menschen zu begleiten, die den Kontakt zu sich und ihrem Körper verloren haben.
Mein größter Lehrmeister: die Selbständigkeit selbst
Natürlich gab und gibt es Momente, wo nicht alles glatt läuft, so wie ich mir das vorstelle. Und gerade das löst noch mehr persönliche Entwicklung aus.
Denn ich muss mich manchmal fragen: Warum läuft mein Business denn nicht so, wie ich es gerne hätte?
In meinem Angestelltenjob habe ich mir immer einen Chef gewünscht, der sieht, was ich kann, der an mich glaubt und mich wertschätzt. Jetzt darf ich diese Arbeit selber leisten – das hat Vor- und Nachteile ;).
Deshalb ist die Selbständigkeit mit ihren Erfolgen und denen, die ausbleiben, mein größter Lehrmeister!
Die Erfolge, die ich lernen darf zu sehen
Ja, es gibt auch viele Erfolge, man darf sie sich immer wieder vor Augen führen.
Denn neben der persönlichen Entwicklung liebe ich es natürlich, in die strahlenden Augen meiner Yogis zu blicken, die ich teilweise seit über 10 Jahren jede Woche begleite. Weil sie den Raum schätzen, den ich ihnen in meinen regelmäßigen Wochenkursen biete. Weil es ihr Zufluchtsort ist und sie sich jede Woche darauf freuen!
Ich liebe die Rückmeldungen, die ich auch aus meinen regelmäßigen kurzen Challenges und 1:1 Begleitungen bekomme:
- Menschen, die vorher unbeweglich und steif waren, können wieder auf dem Boden sitzen (und wieder aufstehen)
- Menschen, die mir schreiben: „Mir ist egal, wie alt ich bin, ich genieße jetzt mein Leben und habe wieder Freude und Schwung.“
- Menschen wie jüngst Christiane aus der letzten Hip Release Sensation, die sich jetzt wieder traut, sich ihren Emotionen zu stellen, und sich dadurch so viel freier fühlt.
Ich weiß, was ich kann
Durch meine eigene Reise zu mehr Selbstbewusstsein und Stärke kann ich ein Vorbild für andere sein.
Wenn Zweifel kommen, weil ich noch nicht da bin, wo ich gerne wäre, sage ich mir immer wieder: Ich weiss, was ich kann. Ich schaffe das!
Ich bin noch nicht da, wo ich hinwill. Aber ich bin auch längst nicht mehr da, wo ich angefangen habe. Und ich will mittlerweile ja auch viel mehr 🙂
Manchmal sitze ich im Kurs und sage Dinge, wo ich nicht weiß, warum ich sie gerade sage. Mittlerweile weiss ich, dass ich meine Teilnehmer spüre. Wenn mir im Kurs das linke Handgelenkt schmerzt, obwohl ich da gar nichts habe, dann weiss ich, jemand braucht jetzt gerade einen Tipp, wie er da entlasten kann. Ich weiss, dass ich intuitive Stunden halte, die ich besser nicht hätte planen können. Wo Leute hinterher zu mir kommen und sagen:
„Wie konntest du das wissen? Das war genau richtig heute für mich!“
Meine jahrelange Erfahrung und meine eigene Entwicklung haben meine Intuition geschärft. Und genau davon profitieren auch meine Teilnehmerinnen: Ich höre nicht nur darauf, was eine Übung theoretisch können soll, sondern darauf, was die Menschen vor mir gerade brauchen.
So langsam wird ein Pulli draus
Vor 16 Jahren habe ich meinen roten Faden gefunden, und so langsam wird ein Pulli draus. (Und diesen Vergleich habe ich mir selbst ausgedacht, nicht irgendeine KI 😉.)

So langsam fügen sich die Maschen zusammen. Das Bild wird klarer.
Mit intuitivem Faszienyoga, Humor, feinem Gespür und genau den richtigen Impulsen für mehr Selbst- und Körperbewusstsein. Damit du wieder gerne morgens aufstehst und auch abends noch Energie für den Feierabend hast.
Und genau deshalb tue ich mir das immer noch und sehr gerne an, um nochmal mit Celines Worten zu sprechen: Ich wäre sonst nicht Die, die ich bin und ich wäre nicht dieser Beitrag für die Welt. Danke für diese Inspiration!
Wenn du mich näher kennenlernen magst und selber wissen möchtest, was dein Körper dir sagt und braucht, findest du hier meine aktuellen Angebote.

Deine Geschichte ist so lebensecht und macht echt viel Mut. Wie gut,dass Du Dir die Zeit zum Reflektieren und Teilen genommen hast! Danke Dir dafür. Ich mag Deinen Ansatz sehr.
Und was ich neben der persönlichen Entwicklung und meinen Kundenerfolgen sehr liebe, ist natürlich auch die freie Zeiteinteilung. Ich kann abends arbeiten und morgens gemütlich in einem Café sitzen oder so wie heute, einfach meinen Garten genießen, oder beim Arzt sagen: Ich kann vormittags oder nachmittags – egal!